Nothilfe für pflegende Angehörige

 

Arnsberg, 10.12.2008

SOS – in der Behindertenpflege

Herr Wahle, Bereichsleiter Behindertenhilfe des Caritasverbandes Arnsberg Sundern stellt sich den Fragen der Selbsthilfegruppe pflegender Angehöriger im CeBeeF Arnsberg.

Der Hilferuf von Eltern und Angehörigen, die ihre behinderten Familienmitglieder zu Hause betreuen und pflegen, ist beim Caritasverband Arnsberg Sundern angekommen.

Herr Wahle konnte im Rahmen der Selbsthilfegruppe die Anliegen der Eltern als tatsächlichen Bedarf in der Hilfe für Behinderte nur bestätigen. Einigkeit herrschte auch darüber, dass Plätze vorhanden sein müssten, damit behinderte Menschen Aufnahme finden, wenn ihre Bezugspersonen in der Familie ausfallen.

Diese Plätze müssen jedoch je nach Bedarf mit qualifiziertem Personal, mit pädagogischer oder pflegerischer Ausbildung, betreut werden. Die gesetzlichen Voraussetzungen müssen jedoch eingehalten werden.

Einfach ein zusätzliches Bett in einer bestehenden Wohngruppe, kann diesen Bedarf nicht decken und würde auch den internen Frieden der Wohngruppe stören.
Ebenso wenig kann ein Seniorenheim dem Bedarf eines behinderten Menschen nicht ausreichend entgegenkommen.

Sicherlich könnten Eltern und Betreuer damit umgehen, wenn in einer bestehenden Einrichtung des Caritasverbandes ein Angebot geschaffen wird, das dem Bedarf der möglicherweise geistig behinderten Patienten gerecht wird.

Das vor der Öffnung einer solchen Einrichtung der Bedarf zu ermitteln ist, war allen Beteiligten klar.

Ein weiteres Thema war die Feststellung, dass viele behinderte Mitbürger im Rentenalter in den Wohnheimen eine geregelte Tagesstruktur erleben. Dieses ist in vielen Familien jedoch nicht gegeben. Aus diesem Grunde soll mit der Bedarfsermittlung der tatsächliche Bedarf auch in dieser Richtung ermittelt werden.

Zur Problemlösung ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Caritasverband und dem Club Behinderter und ihrer Freunde denkbar. Eine Lösung, in der professionelle Kräfte mit ehrenamtlichen Helfern zusammen arbeiten, könnte zum Tragen kommen. Räumlich würde sich auch das Clubheim des CeBeeF anbieten.

Eine Entlastung der pflegenden Angehörigen, so der Hinweis von Herrn Wahle, könne aber auch heute schon durch ambulante Dienste erreicht werden, die auch durch Leistungen der Pflegeversicherung finanziert werden können.

Vereinbart wurde, mit diesem Thema im Gespräch zu bleiben, denn SOS – Situationen kann es heute, morgen, ja zu jeder Zeit und für jeden Menschen geben.

 

Meinolf Franke

 

Selbsthilfe Pflegender Angehöriger

 

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